Der Morgen der Friedenskonferenz brach an. Unsere Vorfahren erwachten mit dem Anblick der fünf Drachengebieter, der Anführer der Balaur, die allein draußen vor dem Ätherfeld standen. Auf den Abbildungen jenes Tages werden sie als riesige Geschöpfe dargestellt, ungleich größer als andere Balaur.
Siel und Israphel, die beiden empyrianischen Gebieter, die für den Schutz des Turmes zuständig waren, senkten das Ätherfeld und baten die Drachengebieter zu den Verhandlungen ins Innere des Turmes. Es wäre diesen Geschöpfen ein Leichtes gewesen, uns alle zu vernichten; stattdessen zogen sie es vor, friedlich durch unsere Niederlassungen zu wandeln und sich ins Innere des Turms zu begeben. Vielleicht hatten wir mit unser Widerstandskraft und Entschlossenheit ihre Achtung erworben, und vielleicht war das Vertrauen, das wir und Ariel ihnen entgegengebracht hatten, doch nicht völlig fehlgeleitet gewesen. Asphel und seine Spießgesellen waren ebenfalls zugegen – ihre Gesichter wutverzerrt. Die Friedenskonferenz begann, und eine Zeit lang hatte es den Anschein, als würden die Verhandlungen gute Fortschritte machen.
Doch dann passierte es – und zwar in Sekundenschnelle.
Wir sprechen noch immer über die Ereignisse, die diesem Tag folgten, über die plötzliche Panik, die unerträgliche Gewissheit, die uns erfasste: Die Kriegshetzer würden sich durchsetzen, selbst wenn sie dabei ganz Atreia opferten. Wir sahen mit an, wie Asphel plötzlich eine geschmeidige Bewegung vollführte und der Drachengebieter Vitra zusammenbrach. Die Balaur verschwendeten keine Zeit mit Worten. Augenblicklich brachen Blutvergießen und Chaos aus.
Mit neu entfachtem Hass metzelten sie alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte, drängten an uns vorbei, direkt ins Zentrum von Aion. Die Mauern des Turms erbebten, zersprangen und brachen in riesigen Brocken ab.
Ariel schluchzte, während sie versuchte, die Zerstörung des Turms der Ewigkeit aufzuhalten. Sie war gemeinsam mit ihren untergebenen Lords zur Südseite seines Sockels beordert worden, wo sie dem Turm ihre Energie verleihen sollten, und war jetzt das einzige Hindernis, das zwischen Atreia und seiner Vernichtung stand. Asphel, der mit seiner Gruppe zu demselben Zweck nach Norden entsandt worden war, war zweifellos hoch erfreut ob der unerwarteten Wiederaufnahme der Feindseligkeiten, und brannte darauf, seine Pflicht zu erfüllen und den Turm vor der Vernichtung zu schützen.
Trotz Ariels Bemühungen scheiterten die Lords. Der Turm ächzte, gab nach und zerbarst. Aion fiel.
Die Angst, die unsere Ahnen erfasste, als der mächtige Turm, der das Innere von Atreia umspannte, sich plötzlich bewegte und in Stücke zerfiel, kann ich nicht beschreiben. Unser Volk erzählt sich, dass Tausende um ihr Leben rannten, als hinter ihnen die Hölle losbrach.
Als sie erkannten, dass Atreia selbst in den letzten Zügen lag, opferten Siel und Israphel ihr Leben. Sie entzogen beide ihren Körpern den lebenswichtigen Äther und setzten ihn in einer letzten, verzweifelten Anstrengung ein, um unser Volk zu schützen, während sie selbst ihre letzten Atemzüge taten.
Das Ereignis, das heute als die Große Katastrophe bekannt ist, kostete Millionen ihr Leben. Als sich der Staub schließlich legte, sahen wir, was aus unserer wunderschönen Welt geworden war: Aion, der Turm der Ewigkeit, lag in Trümmern und unsere Welt war entzweigebrochen.






